Lokale Hyperthermie bei Krebs

Lokale Hyperthermie bei Krebs

Lokale Tiefenhyperthermie – gezielte Wärme gegen Tumore

Die lokale Tiefenhyperthermie ist ein innovatives Verfahren der unterstützenden Krebstherapie, bei dem ausschliesslich das betroffene Gewebe oder Organ auf 40 °C bis 42 °C erwärmt wird. Gesundes umliegendes Gewebe bleibt dabei weitgehend unversehrt – der Organismus wird deutlich weniger belastet als bei klassischen Chemo- oder Strahlentherapien.

Wirkmechanismus der lokalen Hyperthermie

Ein wesentlicher therapeutischer Effekt ist die Aktivierung des Immunsystems:

Durch die gezielte Überwärmung bilden Tumorzellen sogenannte Hitzeschockproteine (HSP) – spezifische Oberflächenmarker, die das Immunsystem als „Alarmsignale“ erkennt. Dadurch werden Krebszellen sichtbar und angreifbar, während gesunde Zellen unbeeinträchtigt bleiben.

Vorteile der lokalen Tiefenhyperthermie

Die lokale Tiefenhyperthermie ist ein zielgerichtetes, gut verträgliches Verfahren, das in Kombination mit anderen Therapieformen das Behandlungsergebnis signifikant verbessern kann – besonders bei lokal begrenzten Tumoren und therapieresistenten Krebserkrankungen.

Ablauf der lokalen Tiefenhyperthermie

Die Behandlung dauert in der Regel 60 bis 120 Minuten. Der Patient liegt dabei entspannt auf einem angenehm temperierten Behandlungsbett. Über einen speziellen Applikator werden modulierte Kurzwellen gezielt in das betroffene Körperareal geleitet. Während das umliegende gesunde Gewebe weitgehend unberührt bleibt, konzentriert sich die Energie in der Tumorregion. Dort entstehen Temperaturen von bis zu 42 °C bis 45 °C, die Krebszellen gezielt schädigen oder zerstören können.

Wie bei unserer Ganzkörper-Hyperthermie findet auch die lokale Behandlung in einer ruhigen, therapeutischen Atmosphäre statt – mit individueller, fürsorglicher Betreuung durch unser erfahrenes Team in unserer Tagesklinik.

Erfolgreiche Anwendungsgebiete

Die lokale Tiefenhyperthermie hat sich insbesondere bewährt bei:

  • Bauchfellmetastasen (Peritonealkarzinose)
  • Lokalrezidiven, z. B. im Bereich der weiblichen Brust
  • Gehirntumoren
  • Hauttumoren (z. B. Melanomen)
  • Knochenmetastasen
  • Lungenkarzinomen
  • Tumoren im Bauchraum
  • Prostatakarzinomen
  • Inoperablen Tumoren


Sie wird eingesetzt bei:

  • Karzinomen verschiedenster Organe
  • Wiedererkrankungen (Rezidiven)
  • Metastasenbildung
  • Tumoren der Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Nieren

Therapieprinzip

Die lokale Hyperthermie wird individuell abgestimmt und häufig in Kombination mit schulmedizinischen und biologischen Therapieverfahren durchgeführt. Ziel ist es, die Behandlungserfolge zu verbessern und gleichzeitig den Körper so wenig wie möglich zu belasten.

Vergleich: Lokale Tiefenhyperthermie vs. klassische Krebstherapien

Kriterium

Lokale Tiefenhyperthermie

Klassische Therapien (Chemo, Bestrahlung, OP)

Eingriff in den Organismus

Nicht-invasiv, keine Belastung des Körpers

Teils stark invasiv, belastend

Anästhesie erforderlich

Nein

Ja, häufig bei OPs

Nebenwirkungen

Gering bis keine

Häufig (z. B. Müdigkeit, Übelkeit, Haarausfall)

Schmerzen während der Therapie

Keine

Möglich (z. B. postoperativ, bei Bestrahlung)

Behandlungsform

Ambulant

Teilweise stationär erforderlich

Integration in andere Therapien

Sehr gut kombinierbar

Abhängig von Therapieform

Immunologische Wirkung

Fördert Immunantwort durch Hitzeschockproteine

Keine gezielte immunologische Stimulation

Zielgenauigkeit

Sehr gezielt auf Tumorgewebe

Teils unspezifisch, trifft auch gesundes Gewebe

 

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