CA 15-3 und CEA bei Brustkrebs – Was Tumormarker wirklich bedeuten

Was Tumormarker wirklich bedeuten

Tumormarker wie CA 15-3 und CEA können wichtige Hinweise auf den Verlauf einer Brustkrebserkrankung geben. Sie helfen dabei, den Therapieerfolg zu überwachen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Entscheidend ist jedoch: Ein einzelner Laborwert liefert niemals eine Diagnose.

Tumormarker

Das Wichtigste auf einen Blick

✓ CA 15-3 und CEA sind Verlaufsmarker, keine Früherkennungstests.

✓ Einzelne erhöhte Werte sind kein Beweis für einen Rückfall.

✓ Entscheidend ist die Entwicklung der Werte über mehrere Messungen.

✓ Tumormarker werden immer zusammen mit Symptomen, ärztlicher Untersuchung und Bildgebung beurteilt.

✓ Bei metastasiertem Brustkrebs können sie den Therapieverlauf sinnvoll unterstützen.

Was sind Tumormarker?

Tumormarker sind Eiweissstoffe, die von Tumorzellen oder als Reaktion des Körpers auf eine Krebserkrankung gebildet werden. Sie lassen sich im Blut messen und können Hinweise auf die Aktivität einer Erkrankung geben.

Bei Brustkrebs werden vor allem zwei Marker bestimmt:

  • CA 15-3
  • CEA (Carcinoembryonales Antigen)


Beide Marker dienen in erster Linie der Verlaufskontrolle einer bereits bekannten Erkrankung.

Was sagt CA 15-3 aus?

CA 15-3 ist der wichtigste Tumormarker bei Brustkrebs. Besonders bei fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen kann sein Wert erhöht sein.

Allerdings gilt:

  • Nicht jede Brustkrebspatientin hat erhöhte CA 15-3-Werte.
  • Ein normaler Wert schließt eine Erkrankung nicht aus.
  • Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch, dass der Krebs wächst.

Deshalb betrachten Onkologen niemals nur einen einzelnen Messwert, sondern immer den Verlauf über mehrere Monate.

Welche Rolle spielt CEA?

CEA ist ein ergänzender Tumormarker, der bei verschiedenen Krebsarten erhöht sein kann. Auch Rauchen, Entzündungen oder gutartige Erkrankungen können zu höheren Werten führen.


In Kombination mit CA 15-3 liefert CEA zusätzliche Informationen und kann die Beurteilung des Krankheitsverlaufs unterstützen.

Wie werden Tumormarker richtig interpretiert?

Nicht einzelne Zahlen sind entscheidend, sondern ihre Entwicklung.

Stabile Werte

Bleiben die Werte über längere Zeit unverändert, spricht dies häufig für eine stabile Erkrankung.

Sinkende Werte

Ein Rückgang der Tumormarker deutet häufig darauf hin, dass die Therapie gut wirkt.

Ansteigende Werte

Steigende Werte sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie können auf eine zunehmende Tumoraktivität hinweisen, haben jedoch auch andere mögliche Ursachen wie Infektionen oder Entzündungen.

Aus diesem Grund werden Tumormarker stets gemeinsam mit bildgebenden Verfahren wie CT, MRT oder PET/CT sowie der klinischen Untersuchung beurteilt.

Wann werden CA 15-3 und CEA eingesetzt?

Nach den aktuellen Leitlinien werden Tumormarker nicht routinemäßig in der Nachsorge von Patientinnen ohne Metastasen empfohlen.

Den grössten Nutzen haben sie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, um den Erfolg einer Therapie zu überwachen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit

CA 15-3 und CEA sind wichtige Bausteine der modernen Brustkrebsbehandlung. Sie helfen Ärzten dabei, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen und Therapien zu überwachen.

Für Patientinnen gilt jedoch: Nicht ein einzelner Laborwert entscheidet, sondern immer das Gesamtbild. Tumormarker sind Wegweiser – keine Diagnose.

Häufige Fragen (FAQ)

Welcher CA 15-3-Wert ist normal?

Der Referenzbereich liegt in den meisten Laboren unter etwa 25–30 U/ml. Da sich die Grenzwerte je nach Labor unterscheiden können, sollte der Befund immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Kann CA 15-3 trotz Krebs normal sein?

Ja. Ein erheblicher Teil der Brustkrebspatientinnen hat trotz bestehender Erkrankung normale CA 15-3-Werte.

Kann ein erhöhter CA 15-3-Wert auch harmlose Ursachen haben?

Ja. Entzündungen, Lebererkrankungen, gutartige Veränderungen oder andere Erkrankungen können den Wert ebenfalls beeinflussen.

Kann Brustkrebs trotz normaler Tumormarker zurückkehren?

Ja. Deshalb ersetzen Tumormarker weder ärztliche Untersuchungen noch bildgebende Verfahren.

Wie oft sollten Tumormarker kontrolliert werden?

Das hängt von der individuellen Situation ab. Ihr behandelnder Onkologe entscheidet, ob und in welchen Abständen eine Kontrolle sinnvoll ist.

Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Interpretation von Tumormarkern sollte stets im Zusammenhang mit der gesamten Krankengeschichte, der klinischen Untersuchung und bildgebenden Verfahren erfolgen.

Quellen, Leitinien & Studien

  • AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: April 2022: ago-online.de
  • Patientenratgeber zu den Empfehlungen der AGO Kommission Mamma, Stand: 2022: ago-online.de
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 4.4, Stand: Juni 2021: leitlinienprogramm-onkologie.de (Abrufdatum am 20.08.2023)
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter krebsgesellschaft.de (Abrufdatum am 20.08.2023).

HER2-positiv

  • Joseph A. Sparano et al.: Adjuvant Chemotherapy Guided by a 21-Gene Expression Assay in Breast Cancer, New England Journal of Medicine, June 3, 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1804710
  • Schrodi S et al. Outcome of breast cancer patients with low hormone receptor positivity: Analysis of a 15-year population-based cohort. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20.August 2021, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2021.08.1988

Aromatasehemmer

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013.
  • Fachinformation: Exemestan, unter: www.fachinfo.de, (Abruf: 23.08.2023).
  • Geisslinger, G. et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen - Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 11. Auflage, 2020.

BRCA-Mutation

Brustkrebsoperationen

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Stand August 2019. Online unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de (Anruf: 25.08.2023).
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter www.krebsgesellschaft.de (Zugriff am 25.08.2023).
  • AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: März 2021:
    https://www.ago-online.de

Teile diesen Beitrag:

Iaso Cancer Logo removebg preview
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.